Copyright © 2011. Martin Gerhards. Alle Rechte vorbehalten.
zur Wurzel to_Philosophie_en to_Philosophie_de to_index_de

Foto: Ein kleiner Schubladenschrank entsteht

Ordnung

Ich liebe Ordnung.
Ordnung in "hölzisch" übersetzt heißt: Schublade.
Nicht Klappe, nicht Tür, nicht Tablar, nicht Kipplade
- nur Schublade.
Schwalbenschwanzgezinkte Schubladen
mit verdeckten Unterflurführungen
sind Balsam für mein,
vom Chaos meiner Beratungskunden gequältes,
aber dafür dennoch dankbares Organisatorenherz.
Mag sein, dass "Schubladendenken"
allgemein verpönt ist, aber ...
Genies sind mit Schubladen effizienter als ohne.


Foto: Ein kleiner Schubladenschrank entsteht

Ergonomie

Außer Bett, Sofa und einem Schrank für Abendkleider und Mäntel
braucht man selten Möbel,
deren größtes Innenmaß einen Meter überschreitet.
Außer bei Kunst und Lampen
hasse ich Sperriges
und vermeide es, wo ich nur kann.
Nachdem mittlerweile Besen, Staubsauger, Bügelbretter und Leitern
in Hutschachtelgröße zu haben sind,
bleiben also nur die unvermeidlichen Ausnahmen,
die jeder gute Haushalt kennt:
Kontrabässe, Hirtenstäbe, Sprossenwände
und englische Langbüchsen.


rollstuhl

Flexibilität

Bei jeder Konstruktion überlege ich, ob ich das Projekt
aus möglichst wenigen Grundelementen herstellen kann,
die auch für spätere Projekte verwendbar sind,
ob und wie sich der Projektzweck im Gebrauch ändern kann,
ob das Ergebnis ohne Probleme in jedes noch so niedrige
und jedes noch so verwinkelte Zimmer passt,
ob es bequem und beschädigungsfrei zu transportieren ist,
ohne dass ich es dazu leerräumen muss.
Ich baue nicht für's "Jetzt" sondern "Für-Jetzt-aber-
auch-noch-irgendwann-woanders".
Deshalb haben meine Projekte fast ausschließlich
kleine Grundflächen, sind stapelbar oder teilbar.


Foto: Ein kleiner Schubladenschrank entsteht

Rücksicht

In der Stadt zu leben hat für mich
mehr und gewichtigere Vorteile als Nachteile.
Ein Nachteil sind Nachbarn.
Nicht weil ich etwas gegen Nachbarn hätte,
sondern weil ich selbst ein rücksichtsvoller Nachbar sein will.
Das Gegenteil von Rücksicht ist ein Abrichthobel,
der von einer sägerauhen Akzienholzbohle 2 mm abträgt.
Deshalb baue ich meine Möbel
(bis auf wenige Arbeitsschritte,
für deren Ausführung ich eine Profiwerkstatt nutze)
mit leisem, platzsparendem
und hochwertigem Handwerkzeug.


Hingabe

Hingabe

Schaue ich echten Handwerkern
beim Arbeiten in die Augen,
sehe ich nichts als Selbstvergessenheit
und tiefe Konzentration.
Kommt Können hinzu,
ist dieser Zustand für mich
der Edelste,
den man als Mensch erreichen kann
und mein persönliches Ziel.


Foto: Ein kleiner Schubladenschrank entsteht

Respekt

Ein Baum ist meist schon 100 Jahre gewachsen,
bevor ich sein Holz verarbeiten darf.
Diesem Wert versuche ich
durch Sorgfalt beim Verarbeiten gerecht zu werden.
Da ich weiß, dass ich das nie erreichen kann,
wähle ich bewußt, welches Holz ich einkaufe
und unterstütze ökologische Projekte.


Hände

Echtheit

In meinem Job
ist gepflegtes Äusseres Pflicht.
Aber auch wenn ich meinen Job liebe,
behalte ich in meinem Umfeld für mich,
dass mir schmutzige Hände
von harter Arbeit
unwillkürlich
mehr Respekt abverlangen
als teuere Anzüge.


Massivholz

Demut

Aus edlem Massivholz,
mit klassischen Holzverbindungen,

schlicht und raffiniert,
funktional und ästhetisch,
so klein wie möglich
und doch größer als nötig,
einzeln monolithisch,
zusammen flexibel,
leicht transportierbar
und stabil wie ein Tresor.

So versuche ich Möbel zu bauen,
was mir noch nie perfekt gelungen ist,
worüber ich froh bin.