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Die Website von Skelton Saws England

Jacqueline und Shane
Jacqueline und Shane Skelton mit ihren Sägen

Skelton Saws England

Jacqueline und Shane Skelton bauen Highend-Sägen von Hand. Gleich zu Anfang bieten die beiden eine Zinkensäge und eine Schultersäge mit folgenden Spezifikationen an (Übersetzung folgt):

10” Dovetail Saw
Handcrafted from the finest quality timber, the handle of the Skelton Dovetail Saw is produced from beautifully figured rosewood.
Made from the highest quality high carbon Swedish Spring Steel, the blade is heat treated to 50-52 rc and has a thickness of .018” and the depth being 1-11/16” at the heel canted down to 1-7/16” at the toe. Each individual tooth is skilfully cut out using a traditional fly press producing 15tpi / 16ppi. The teeth are then expertly hand filed rip profile to a rake angle of 8° and set to give .003” per side set. We find that this rake angle provides a smooth start to the cut without compromising on cutting speed.
The brass back of the Skelton Dovetail Saw is milled from solid flat bar and profiled to shape impeccably by hand, adding further individuality to this unparalleled piece of craftsmanship. Traditional hand turned split nut saw bolts replicate the authentic look of the 18th century saw. Opting for solid over folded brass gives a better balance to the saw and retains the blade perfectly straight. Again, the brass is finally stamped with the Skelton name and logo by hand using a fly press.

  • 10” Dovetail Saw
  • Canted blade 1-11/16” at heel to 1-7/16” at toe
  • 50° handle hang
  • Rosewood open pistol grip handle size M-L (Other sizes can be custom made)
  • Rip Cut 16ppi /15tpi - 8° Rake Angle
  • Crosscut 16ppi/15tpi – 12° Rake Angle / 15° Fleam
  • Cost £245 (Includes VAT & shipping in the UK) Please get in touch for overseas shipping prices

12” Carcass Saw
A true companion in looks to the Skelton Dovetail Saw, the versatile Carcass Saw shares many of the same features whilst being up scaled and balanced proportionally. Noticeably bigger, the blade thickness has increased to .020” and the brass is both deeper and heavier and within keeping of the 18th Century saws that inspire my work. The Carcass Saw can be purchased in either rip cut or crosscut.

  • 12” Carcass Saw 
  • Canted blade 2-5/16” at heel to 2-1/16” at toe
  • 45° Handle hang
  • Rosewood open pistol grip handle size M-L (Other sizes can be custom made)
  • Rip cut 14ppi / 13tpi – 8° Rake Angle
  • Crosscut 15ppi / 14tpi – 12° Rake Angle / 15° Fleam
  • Cost £275 or £520 for a pair (Includes VAT & shipping in the UK) Please get in touch for overseas shipping costs

Ich bin sehr gespannt, wie die Qualität der Sägen ist; aber von Weitem sieht das sehr vielversprechend aus und treffen (unglücklicherweise wieder mal (manche wissen, was das bedeutet)) zumindest m e i n e n Geschmack voll und ganz.

Graham Haydon hat ein Youtube Video zur Zinkensäge veröffentlicht:


Keine Sorge ... Ich hinterlege demnächst noch die Originalbildgröße.

... das bis auf 2 Modelle vollständige Marcou-Sortiment

zwei Mini's, ein mini smoother und eine mini shoulder plane die Philip nicht mehr baut und mir geschenkt hat (Nett! Oder?)

der Unterste ist ein Fasenhobel, den mir Philip nach dem Vorbild eines japanischen Mini-Fasenhobels gebaut (und deutlich verbessert) hat.

Chris Schwarz hat ihn getestet.

Insgesamt gibt es nur 4 Stück davon weltweit. Das Ding ist grandios und ich möchte es nicht mehr missen. Natürlich kann ich auch mit einem LN 102 eine Fase an eine Kante ziehen, aber so genau wie mit dem Marcou wird das nie.

Die Kleinste! S45. Für Philip ist das ein Blockhobelersatz und manchmal spitze ich Bleistifte damit.

Der Mitre! Ein Biest! Demnächst mache ich mal ein paar Bilder von Spänen. Das ist wirklich beindruckend.

Die Größte (J20A) und die Kleinste (S45) im Vergleich

Einfach weil's schön ist.

Vorher: Ohne Fase

(Ja, ich geb's zu! Bei der Nut für den Boden habe ich gepfuscht. Ist aber nur ein Mülleimer für's Bad und deshalb auch nur "geduodübelt").

Nachher: Mit Fase

Unvernünftig, aber toll

Mein erster Hobel war ein preiswerter chinesischer Blockhobel, weil ich's einfach mal ausprobieren wollte, ohne gleich ein Vermögen auszugeben. Um's kurz zu machen: Am Ende bin ich bei einigen Hobeln von Lie Nielsen und einigen von Veritas gelandet.

Zu deren Block- und Spezialhobeln gibt's aus meiner Sicht kaum bessere Alternativen, wenn man mal von BCTW absieht und die Flachwinkelhobel beider Hersteller würde ich mit einer gewissen Präferenz zu LN jederzeit als kostengünstige Alternative zu teuren maßgefertigten Hobeln empfehlen.

Bei den Bankhobeln mit höheren Bettungswinkeln mag ich persönlich den Aufwand nicht, den der Spanbrecher beim Ein- und Ausbauen verursacht. Hauptsächlich stört mich aber die Eisenverstellung, deren Prinzip sich gegenüber den Originalen nicht wirklich grundlegend verändert hat.

Bei diesem Prinzip vervielfacht sich jedes Spiel in der Aufnahme des Eisens zwangsläufig so, dass - selbst bei höchster Fertigungsqualität - viel Spiel in der Schraube für die Tiefenverstellung des Hobeleisens entsteht. Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich hobele wirklich gerne mit einem gut justierten LN 4 1/2. Aber ich justiere ihn nicht gern.

Deshalb habe ich schlussendlich einen infill smoother ohne Spanbrecher mit einer spielfreien Eisenverstellung gekauft. Der Hobel ist ein sehr nettes Stück Handwerk und hobelt natürlich auch hervorragend. Aber nach einer Weile ist mir ein Merkmal aufgefallen, das mich alles andere als begeistert hat:

Dieser spezielle infill reagiert auf Änderungen der Luftfeuchtigkeit. Das zeigt sich in kleinen, aber sichtbaren Schwundlücken zwischen Korpus und infill.

Ich hab' natürlich sofort mit dem Hersteller gesprochen, der mir sagte, dass man da leider nichts machen kann. Der Grund kann trockene Luft von Heizung oder Klimaanlage sein oder dass das Klima am Arbeitsort trockener ist als am Herstellungsort. Da ich mir für das Geld halbes Dutzend LN's hätte kaufen können, war ich erst mal für eine Weile bedient.

Irgendwann bin ich beim Stöbern auf Philip Marcou's alter Seite gelandet. Anfangs gefielen mir Philips Hobel nicht, weil es keine Struktur zu geben schien. Zwar viel bling bling, aber .... naja. Dann auch noch dieses hmm ... hässliche grüne Namensschild. Aber irgendwas war anders ...

Dann kam ich durch Zufall in Kontakt mit Cameron Miller, dem Herausgeber von Handplane Central. Cameron kannte natürlich die Hobel aller Spezialisten und während wir uns gemailt haben, habe ich eigentlich nur beiläufig gefragt, was er von den Hobeln dieses neuseeländischen Hobelbauers hält. Cameron erklärte mir, dass Philips Hobel einen "different approach" hätten, aber zweifellos hervorragend wären. „Anders“ gefiel mir. Aber was sollte das eigentlich heißen?

Also habe ich Philip einige Fragen zu seinen Hobeln gemailt. Philip antwortete mir, dass er jeden Hobel auf Kundenwunsch auf Basis eines ausgewählten Modells fertigt. Ich könne mir das Holz, die Form des Knaufs, das Design und die Rändelart der Schrauben, usw. aussuchen. Modell bedeute nicht mehr als eine bestimmte Form, Länge, Bettungswinkel und ob der Hobel ein verstellbares Maul hat oder nicht. Genauer:

Der mit ca. 22 cm kürzeste und mit ca. 2,5 Kilogramm leichteste Marcou Hobel, die S45, ist bei etwa gleichem Gewicht ca. 4 cm kürzer als ein Stanley No. 4 ½ und ca. 8 cm länger als der kürzeste Stanley  No. 1.

Der mit ca. 38 cm längste und mit ca. 4,5 Kilogramm schwerste Marcou Hobel, die J20A, ist bei etwa gleichem Gewicht ca. 23 cm kürzer als der längste Stanley No. 8. Es gibt 8 verschiedene Modelle für unterschiedliche Anwendungen.

4 der 7 Modelle sind bevel up Bankhobel mit den Bettungswinkeln 15° und 20°. 3 der 7 Modelle sind bevel down Bankhobel mit den Bettungswinkel 45°, 50° und 55°. Das Modell M12 ist ein Bestoßhobel mit einem Bettungswinkel von 12°.

6 der 8 Hobel haben ein verstellbares Hobelmaul. Das kleinste Modell, die S45 und die M12, der Bestoßhobel, haben bauartbedingt ein festes Hobelmaul.

Die Originaleisen der Bankhobel, J15A, S15A, J20A und S20A sind 57 mm breit und 5 mm dick. Sie können bei Ersatzbedarf sehr schnell durch Veritas-Eisen (auch PMV11) ersetzt werden. Die Eisen von S50A und S55A sind 50 mm breit und das Eisen der S45 ist 45 mm breit. Alle drei Eisen sind 5 mm dick.

Marcou Hobel sind nahezu unbegrenzt individuelle Manufakturhobel und meines Ermessens sehr exklusiv, weil Philip erst etwas mehr als 100 Hobel gefertigt hat und das selbst unter den exklusiven Hobeln sehr wenig ist, was sich wahrscheinlich irgendwann in einer massiven Wertsteigerung für Seltenheit niederschlagen wird, wenn ich mir so anschaue, welche Preise bei Jim Bode für einige Hobel aufgerufen werden.

Innerhalb des sehr kleinen Manufakturhobelmarktes, der hauptsächlich auf infill-Hobel spezialisiert ist, unterscheiden sich Philips Hobel darüber hinaus erheblich durch ihre Bauart als non-infills auch bei höheren Bettungswinkeln.

Wenn man so will, sind Marcou's die Exklusiv-Variante der low-angle LN's, aber eben auch bei hohen Bettungswinkeln.

Marcous sind zwar zweifellos zu Ausstellungszwecken geeignete Sammlerstücke, aber viel mehr noch hervorragend durchdachte, kompromisslose Arbeitshobel. Philips Hobel gehören in Relation zu ihrer Länge zu den schwersten Hobeln weltweit.

Alle Marcous verzichten auf einen Spanbrecher, besitzen eine spielfreie Eisenverstellung und Zentrierschrauben.

Die Fläche der Klappe, die am Brückenstück anliegt, ist bei allen Hobeln um 3° hinterfräst, um Klappe und Eisen beim Umdrehen des Hobels vor unbeabsichtigtem Herausfallen zu schützen.

Alle Hobel kommen mit einer ca. 9 mm dicken Sohle aus heiß gewalztem Stahl und ca. 6,5 mm dicke Seiten aus Messing, die mit einer Schwalbenschwanzverbindung an die Sohle getrieben werden.

Sämtliche Kanten eines Marcou einschließlich der Kanten von Bohrungen und Schrauben und sogar die Kanten der Eisen sind angefast oder gerundet. Die Klappe aller Hobel ist aus massiver Bronze gefertigt, bei der S45 wahlweise auch aus Messing.

Die Klappenschraube des kleinsten Hobels, der S45, mit einem Kopfdurchmesser von 25 mm hat eine kreisrunde Andruckplatte von etwa 17 mm Durchmesser und sitzt direkt über der drehbaren Auflage des Eisens (die anderen habe ich nicht nachgemessen; sie werden aber mindestens genau so groß sein).

Der Druck der Klappenschraube baut sich dadurch so schnell auf, dass die Klappenschraube stoppt sobald die Andruckplatte vollständig am Eisen anliegt. Dadurch kann sie nicht überdreht werden und es sind praktisch nur die Fingerspitzen nötig um die Klappenschraube anzuziehen und zu lösen. Bei einem Marcou fühlt sich das Justieren der Eisentiefe an, als würde man einen Airbus A380 mit einem Joystick in Zahnstochergröße steuern.

Zurück zur Story ...

Philip mailte mir die Telefonnummer eines seiner deutschen Kunden; ich nenne ihn Max, weil ich ihn nicht erreicht habe, um ihn zu fragen, ob ich seinen richtigen Namen nennen darf.

Als ich Max anrief, war er sofort Feuer und Flamme und erzählte mir von seiner Hobelsammlung, die neben zwei von Philips Hobeln noch einige andere Stücke von anderen sehr bekannten Spezialisten umfasst. Da er bald in München zu tun hatte, versprach er einen Koffer voller Hobel mitzubringen und ich dürfte natürlich auch Philips Hobel ausprobieren. Max kam wie versprochen mit einem großen Trolley. Ich habe mich kaum getraut die Hobel anzufassen, aber dann ... Was für eine Erfahrung!

Zwei Hobel stachen selbst noch aus diesem edlen Rahmen heraus. Philip’s! Eine ältere S15A mit Griff und Knauf aus Rhodesischem Teak und eine S45, bei der ich mich nicht mehr an das Holz erinnern kann.

Ich kann es leider nicht besser beschreiben: Philips Hobel fühlten sich einfach richtig an. Vielleicht hatte es mit dem Gewicht, der Balance, der Dicke von Griff und Knauf, der Hobeleisenverstellung oder einfach allem zusammen zu tun. Ich weiß es bis heute nicht. Es war eben so.

Nachdem Philip die grüne Namensplatte durch Edelstahl ersetzt hatte, habe ich noch am gleichen Tag eine S20A bestellt.

Zwischenzeitlich hat sich meine Begeisterung in stillen Genuss verwandelt. Ich lächle wenn ich einen Marcou nutzen kann und ich ertappe mich dabei, dass ich mir meine Holzprojekte danach aussuche, möglichst viel Hobeln zu können.

Philip hat mich über einen Zeitraum von 3 Jahren via Skype bestens betreut. Ich habe eine Menge über Holz, Hobel und Holzwerken von ihm gelernt und viel gelacht und ich ahne langsam, was ich da gekauft habe.

Ich habe mittlerweile von fast jedem bekannten Hobelbauer mindestens einen Hobel getestet. Aber bis heute habe ich nur zwei Hobelbauer gefunden, deren Hobel für mich persönlich mit Philips vergleichbar sein könnten. Einer davon ist Kanadier mit einem großartigen Geschmack.

Was bei den Marcous zuerst auffällt – Jeder Marcou hat ein monströses Gewicht!

Meine älteren Holzwerkerkollegen in den Dictum Kursen in München, mögen das oft nicht, weil sie das Gefühl haben, mit leichteren Hobeln ermüdungsfreier zu hobeln. Manche wechseln sogar zu Holzhobeln.

Ich glaube – ohne arrogant klingen zu wollen – dass das mit der Art des Hobels zusammenhängt.

Anfangs habe ich viel zu schnell und zu hektisch gehobelt und den Hobel beim Zurückholen über das Holz gezogen. Dass das die Schneide stumpfer macht, hätte mir zwar klar sein können, war es aber nicht. Es gibt auch keinen Grund den Hobel beim Zurückholen komplett anzuheben oder ihn wie verrückt aufs Holz zu pressen. Natürlich habe ich anfangs auch viel zu dicke Späne produziert. Das erhöht natürlich den Hobelwiderstand und ist daher ermüdend. Außerdem habe ich viel zu oft das Wachs auf der Hobelsohle vergessen. Als ich’s dann gelernt hatte, habe ich es besonders gut gemeint und ein Wachs mit einem Bienenwachsanteil benutzt, das Hobelsohlen klebrig macht.

Mein größter Fehler war, das Eisen nicht oft genug nachzuschärfen, denn ich hatte das Schärfen als eigenständigen Vorgang verstanden, den ich vor oder nach dem Holzwerken zu tun hätte, aber nicht währenddessen.

Deshalb habe ich mich oft viel länger als sinnvoll mit einem zwar nicht wirklich stumpfen aber zu stumpfen Eisen abgequält, was kontraproduktiv war und mich mehr Zeit für’s Nachschärfen gekostet hat.

Aus lauter Frust habe ich meine Eisen bis 15000 (Körnung des Wassersteins) oder sogar höher geschärft und war enttäuscht, wenn sie nicht so lange durchgehalten haben, wie ich mir das vorgestellt hatte. Auch hier hätte mir eigentlich klar sein müssen, dass eine Schneide, die ich auf 15000 oder mehr hochgetrimmt habe - je nach Holz - schon nach drei bis vier Stößen wieder auf allenfalls 4000 runter ist.

Schließlich habe ich für mich persönlich erkannt, dass ich das Eisen nachzuschärfen habe, WENN’S NÖTIG IST – und nicht nach einem Zeitplan, zum Beispiel Freitag abends um zehn bei Mondschein oder vor oder nach jedem Holzwerken oder bis 8000 für Kellerregale, in denen ich alte Reifen lagere. Abhängig von Holzart und Projekt kann es schlicht früher oder später nötig sein. Einfach dann, wenn es die Schärfe verloren hat, die FÜR DAS AKTUELLE PROJEKT nötig ist. Heute denke ich, dass das Schärfen für Profis ihrer Arbeit nicht im Weg steht sondern ein Teil davon ist.

Der Grund, weshalb so viele Hobbyholzwerker über das Schärfen verzweifeln oder ein bisschen paranoid werden, liegt aus meiner Sicht darin, dass man nicht managen kann, was man nicht messen kann und bis heute gibt es nach meiner Kenntnis kein quantitatives Maß für die Schärfe einer Schneide. Irgendein Schärfbegeisterter müsste vielleicht mal mit einer Versuchsreihe in Papier ein Stahlart-Schnitthaltigkeits-Diagramm in Abhängigkeit unterschiedlicher Schnittwinkel entwickeln, aber mir persönlich wäre das zu langweilig. Da aber auch Werkzeuge schärfen ein Hobby sein kann, werde ich den Teufel tun, die Nase darüber zu rümpfen, solange es jemandem Spaß macht.

Jedenfalls spare ich eine Menge Zeit, wenn Nachschärfen nötig ist, weil meine Marcous weder einen Spanbrecher haben, noch einen brauchen und ich deshalb auch keinen an die Schneide des Eisen „ranjustieren“ muss.

Beim Schärfen habe ich so ziemlich alles ausprobiert und keine Methode entdeckt, die nicht funktioniert hat. Ich habe aber auch keine entdeckt, die signifikant besser oder schlechter funktioniert hätte als alle anderen.

Vermutlich hört man von Profis auch deshalb oft, dass Hobby-Holzwerker aus dem Schärfen keine Wissenschaft machen sollen, während sie im gleichen Atemzug erklären, dass scharfe Werkzeuge das A und O sind. Dass das aber kein Widerspruch ist, habe ich erst mit der Zeit gelernt.

Angesichts meines Aufwands musste ich lachen, als ich einen Profi gesehen habe, der seine Eisen mit einer Doppelschleifmaschine trocken geschärft hat! Er hat das ein paar Mal pro Stunde ein paar Sekunden statt - wie ich - ein Mal pro Woche ein paar Stunden gemacht!

Deshalb geht’s mir heute nicht mehr um die Methode, mit der ich meine Eisen theoretisch am schärfsten bekäme sondern um die Methode, die mich mit angemessen scharfen Eisen so wenig wie möglich vom Holzwerken abhält.

Da alte japanische Werkzeugmacher wohl viel nachgedacht haben, vermute ich, dass japanische Hobel vielleicht deshalb so aussehen, wie sie aussehen, weil japanische Schreiner ihre Hobeleisen möglichst schnell ausbauen, nachschärfen und wieder einbauen wollten.

Die Einfachheit der Konstruktion japanischer Hobel bezahlt man aber wahrscheinlich mit deutlich höheren Anforderungen an die eigenen Fertigkeiten als bei westlichen Hobelarten.

Anderes Thema: Eisen zentrieren.

Philip hat mir dann eine simple Methode erklärt: Ich drehe das Eisen so weit zurück, dass der Hobel nicht mehr schneidet. Dann setze ich ihn auf das Brett und drehe das Hobeleisen solange nach vorn bis sich ein bisschen Holzstaub an der Schneide bildet. Je nach dem ob rechts oder links justiere ich das Eisen dann bis der „Holzstaub“ in der Mitte sichtbar wird. Entweder mit der drehbar gelagerten Schraube oder mit ein oder zwei leichten "Klopfern" mit dem Fingerknöchel.

Eine halbe Umdrehung der Klappenschraube drückt das Eisen den Hauch eines Millimeters weiter nach unten, was einen sehr feinen Span ergibt.

Bei allen Hobeln mit einer indirekten Verstellmechanik kann man diese Methode mehr oder weniger vergessen. Die Mechanik hat bauartbedingt einfach zu viel Spiel. Philip’s Hobel haben kein überhaupt spürbares Spiel. Das Eisen „hängt direkt am Gas“. Vor ist vor. Zurück ist zurück.

Seine Hobel erlauben auch Justiermethoden, die ich aber nicht verwende.

Manche Holzwerker haben gelernt, ihren Hobel zum Justieren umzudrehen. Bei Philips Hobeln können dabei Klappe und Eisen nicht herausfallen, weil die Klappe 3° hinterfräst ist, was sie am Brückenstück festhält, solange man die Klappenschraube nicht über einen bestimmten Punkt hinaus löst. Ich finde das ziemlich clever, auch wenn ich die Methode nicht verwende.

Alle Marcou Hobel haben von außen mit einem Imbusschlüssel justierbare Zentrierschrauben. Diese sollen das Eisen nicht einklemmen sondern dessen seitliche Bewegung begrenzen. Das macht das Zentrieren schneller.

Den smarten Verzicht bei der Art wie Phlip Hobel baut könnte man vielleicht als japanische Art in westlicher Tradition bezeichnen, was eine Erklärung für Cameron Miller’s Aussage „Anders“ wäre und damit vielleicht der beste Kompromiss zwischen Technik und Fertigkeitsanforderungen. Zumindest ist er das für mich.

Beim Hobeln habe ich im Grunde nur eins zu tun: Klappenschraube leicht auf. Mit winziger Umdrehung das Hobeleisen in die gewünschte Richtung. Klappenschraube wieder zu. Das war’s.

Zwei Bewegungen. Kein Spiel, kein Spanbrecher, kein „zweites Hobelmaul“, kein Stress und das in einer Ausführung, die noch meine Urururenkel überleben wird.

Was soll ich zum Hobelergebnis groß sagen? Perfekt.

Aber natürlich ist das nur ein Hobel, was man da auch immer hineingeheimnissen mag. Auch ein Marcou macht aus einem stumpfen kein scharfes Eisen, aber vielleicht einen Schal aus Igelhaut ;-)

In genau diesem Sinne stimme ich zu, wenn Einige sagen, dass ein Hobel nichts anderes ist als eine Halterung für ein Hobeleisen. Marcou's sind Halterungen für Hobeleisen wie Aston Martins Blechdosen mit Rädern.

Meine ganz persönliche Meinung:

Aus metallurgischer und fertigungstechnischer Sicht von heute sind Hobel, mit denen Tischler vor Jahrhunderten wundervolle Produkte hergestellt haben eher mangelhaft. Da es damals aber weder Abricht- noch Dickenhobel gab, kannten die Tischler ihre Hobel so gut, dass sie ihre Schwächen durch Handhabung kompensieren konnten.

Das Qualitätsniveau massengefertigter moderner Hobel wie der von Lie Nielsen, Veritas und ein paar wenigen anderen kommt einer perfekten Balance zwischen technischen und wirtschaftlichen Anforderungen ziemlich nahe, die mit modernen Fertigungsmethoden realisierbar ist. Solche Hobel stellen einen optimalen Standard dar und sind so perfekt wie Hobel sein müssen, die mit modernen Methoden gefertigt werden. Ein solches Qualitätsniveau hat seinen Preis und ist - in diesem Sinn - für jeden Holzwerker vernünftig. Nicht jeder Holzwerker kann sich diese Qualität sofort leisten, aber deutlich niedrigere Qualität ist meines Erachtens noch unvernüftiger als ich es beim Kauf meiner Marcou's war.

Handgefertigte Hobel kleiner Spitzenhobel-Manufakturen können neben rein optischen auch sinnvolle technische Bearbeitungen oder Ausstattungen besitzen und werden meist aus Hölzern und Metallen gefertigt, die für die Massenfertigung zu teuer sind. Manufaktur-Hobel kosten daher und natürlich wegen ihrer begrenzten Stückzahl oft das Zehnfache eines massengefertigten Hobels oder mehr.

Sind sie das wert? ... tja ... Ich persönlich würde ohne die Hobel nicht sterben, aber ich genieße mein Leben mehr wenn ich Schreinern kann und Schreinern genieße ich mehr mit diesen Hobel als ohne sie.

Da weder die Fertigungstoleranzen CNC-gefertiger Hobel noch die kleiner Spezial-Manufakturen allgemein bekannt sind, wäre es sicher falsch zu unterstellen, dass teure, handgefertigte Hobel technisch besser sein müssen als CNC-gefertigte Hobel. Aber eben auch umgekehrt!

Marcou Hobel stechen im Markt der maßgefertigten Hobel heraus, weil sie nicht dem Trend nach infill-Hobeln folgen und daher auch mit niedrigen Bettungswinkeln mit spielfreier Eisenverstellung zu haben sind. Das macht Marcou Hobel als Ganzes betrachtet konsistent und vielseitig. Verglichen mit anderen maßgefertigten Hobeln ähnlicher Ausstattung sind sie darüber hinaus relativ günstig.

Was die Schraubenform, die Rändelart, das Holz, die Form und Art des Knaufs angeht kann ich nur meinen persönlichen Geschmack beschreiben, den Philip „clean cut“ nennt - ich mag keinen Schnickschnack. Das Holz habe ich mir meistens nach Kontrast ausgesucht und deshalb haben meine Marcous meist dunkle Hölzer. Ich muss aber zugeben, dass mir Nummer 102 so richtig gut gefällt und ich den stolzen Eigentümer ein bisschen beneide. Meine 101 ist aber auch nett. Das Holz heißt Dalbergia Melanoxylon und ist laut Philip die Mutter aller Rosenhölzer.

Das bringt mich auf einen weiteren Punkt. Philip numeriert seine Hobel. Die jeweilige Nummer und den Hobel gibt es nur ein einziges Mal. Mir persönlich ist das zwar egal, weil ich mir die Hobel nicht ins Regal stelle oder sie als Wertanlage betrachte. Ich kann aber verstehen, wenn sich jemand über den Anblick freut. Das kann man nämlich ziemlich leicht oder besser gesagt ist es gar nicht zu vermeiden.

Apropos Erscheinungsbild. Was Philip als „fancy woods“ nennt, ist in der infill-Welt ziemlich beliebt. Das sind meist stark gemaserte auf Hochglanz polierte Hölzer. Einen guten Teil seiner Hölzer hat er aus Rhodesien mitgebracht, wo er geboren worden ist. Das sind meist Hölzer, welche die wenigsten Holzwerker in ihrem ganzen Leben zu Gesicht bekommen werden. Einige der Hölzer, die er in den 70ern eingelagert hat, stehen heute weltweit unter Naturschutz. Andere kriegt man nur vor Ort oder gar nicht. Wer ein "fancy wood" haben will, für den besorgt es Philip natürlich oder man schickt ihm, was man haben möchte. Man sollte ein so dickes Fell besitzen, sein verächtliches "Hmm" überhören zu können.

Für meinen letzten Hobel habe ich dieses "Hmm" überhört, mich für ein "fancy wood" entschieden und ihm einen Block karelischer Maserbirke geschickt. Ich bin gespannt, was er daraus macht ...


tlt

Update

Pedder hat mich gebeten, meine Two Lawyers Toolworks Karelian birch dovetail saw kostenlos überarbeiten zu dürfen, weil es sein Qualitätsanspruch ist, dass sie für mich ohne den geringsten Hauch eines Makels funktioniert; also auch nicht bockig ist.

Die simple Tatsache ist:

Sie ist jetzt nicht nur genau so präzise wie zuvor sondern auch wunderbar leichtgängig!


Knew Concepts - 5 Zoll Titan-Bogensäge mit neuer Rahmenkonstruktion

Steif wie der Eiffeltum ...

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Leider ...

kann ich nur mit Worten beschreiben, wie begeistert ich von Lee Marshall's neuester Kreation bin und ich muss aufpassen, dass ich es nicht übertreibe.

Bei Bogensägen kommt es m.E. hauptsächlich darauf an, dass das Blatt beim Sägen möglichst gerade bleibt und das wiederum hängt direkt von der Steifigkeit des Sägerahmens und der Blattspannung ab.

Meine neue Knew Concepts hat Beides: Einen konstruktionsbedingt extrem steifen Rahmen und einen Mechanismus mit dem sich die Blattspannung sogar während des Sägens ganz leicht kontrollieren lässt.

Auch früher hatte ich beim Zinken versucht, den Abfall mit Alternativen zum Ausstemmen los zu werden.

Die Schwierigkeit ist, dass der Rahmen einer Bogensäge unter dem Sägedruck nachgibt und das Blatt flexibel wird, so dass z.B. das Abfallstück einer Schwalbe an den Ecken nahe der Brüstung bereits ausgesägt ist, während das Reststück in der Mitte noch steht. Durch Reduzieren des Sägedrucks wird man zwar auch noch diesen Rest los; es dauert aber u.U. eine ganze Weile.

Mit der Knew Concepts 5" Fretsaw kann ich den Abfall einer Zinkung so schnell und gleichzeitig so präzise loswerden, wie es meinen persönlichen Erwartungen entspricht. Das saubere Ausputzen an der Brüstung ist nach dem Schnitt keine große Sache mehr und schont zudem meine Stemmeisen.

Two Lawyers Toolworks - Zinkensäge mit karelischer Maserbirke

Diese rassige Schönheit ist nichts für Anfänger oder solche, die es bleiben wollen ...

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Unbrauchbar ...

sind zumeist allzu tolerante Lehrer. Diese Säge gehört nicht dazu. Wer nicht sägen kann, den lehrt sie es.

Klaus und Pedders Säge ist ein Präzisionsinstrument und so fein ausbalanciert, dass man meinen könnte, ein chirurgisches Instrument in der Hand zu haben - eigentlich in die Hand gegossen bekommen zu haben. Genau so liegt sie nämlich in der Hand: Wie angegossen.

Kein Wunder; sie hat ja meine Handmaße, weil Klaus jeden Griff auf die Handmaße des künftigen Besitzers anpasst. (Auf diesem Weg noch Mal gute Besserung, Klaus!)

Es macht keinen Sinn mit dieser Säge zu kämpfen. Sie gewinnt immer. Die einzige Chance, die man hat, sie zum Laufen zu bringen ist, sie gewähren zu lassen. Fast habe ich den Eindruck als wäre sie zu stolz sich von einem Laien verwenden zu lassen.

Nur mit ganz kleinen, nahezu waagerechten Stößen kann man sie dazu bewegen, ihre Arbeit aufzunehmen. Wenn man sie drängt wird sie bockig.

Aber wenn sie läuft ... Surprise! Die Oberfläche der Blättchen meiner kerf cuts ist wie gehobelt. Die Sägelinie kann man mit dem Streichmaß nachziehen.
Zwischenzeitlich hatte ich die Gelegenheit eine Lie Nielsen in der dictum-kurs.werkstatt im Vergleich zu testen. Die LN schneidet leichter, aber weniger präzise. Die TLT würde in einer mit der LN vergleichbaren Ausführung nur unwesentlich mehr kosten, hätte aber trotzdem einen massgeschneiderten Griff. Mit persönlich gefält die karelische Maserbirke und die ovale Form des Rückens so gut, dass ich gerne bereit war, noch ein paar Euro mehr als für die Standardversion auszugeben.

Gerd Fritsche's Traditional Handplanes - Infill-Grathobel

Meines Wissens der derzeit einzige von Meisterhand gefertigte Infill Grathobel weltweit ...

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Unterlegen ...

sind letztlich alle handgemachten Werkzeuge, wenn man ihre Fertigungstoleranzen mit CNC-gefertigten Werkzeugen vergleicht.

Dazu gehört auch mein Grathobel von Gerd Fritsche und letztlich alle Hobel der letzten top-level Hobelbauer, die noch von Hand fertigen (und das sind mittlerweile wahrscheinlich weniger als zwei Dutzend weltweit).

In der Zweckeignung unterscheiden sich ein CNC-gefertigter Hobel und ein handgefertigter Hobel aber kaum, falls es nicht sogar ähnliche Vorteile durch ihre Unregelmäßigkeit wie bei handgeschärften Sägen und handgehauenen Raspeln oder Feilen geben sollte (was ich bisher aber noch nirgends gelesen habe).

Nüchtern betrachtet, machen die Vorlauf- und Investitionskosten eine CNC-Fertigung spezieller Hobelarten unwirtschaftlicher als deren Herstellung von Hand, weil sich von solchen Hobeln zu geringe Stückzahlen absetzen lassen.

Ein top-level-Hobelbauer, der flexibel genug ist, solche Einzelanfertigungen mit pfiffigen Features, wie einer spielfreien Parallelverstellung des Anschlages aus einer schlichten Idee zu schaffen, ist Gerd Fritsche.

Gerd Fritsche hat im Vergleich aller top-level-Hobelbauer ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, während man für den Preis so manches top-level-Hobels eines anderen Hobelbauers sämtliche Lie Nielsen einschließlich Ersatzeisen bekommt. Dennoch! Top-level-Hobel sind nicht nach Normmaßen oder aus gewichts- oder versandkostenoptimierenden Materialien oder Wandstärken konstruiert. Das ist mir nicht in allen Fällen den drei- bis zehnfachen Preis eines massengefertigten Vergleichsmodells wert, aber in Einigen.